Hundertwasserhaus

Hundertwasser Wien Kunstwerk: Die Hundertwasserhaus Fassade in der Kegelgasse
Hundertwasser Wien Kunstwerk: Die Hundertwasserhaus Fassade in der Kegelgasse
Die Hundertwasserhaus Fassade zur Löwengasse hin - auf der Terrasse spaziert ein Löwe
Die Hundertwasserhaus Fassade zur Löwengasse hin – auf der Terrassenkante spaziert ein Löwe
Im Hundertwasser Haus Innenhof ist ein richtiger Park mit viel Grün
Im Hundertwasser Haus Innenhof ist ein richtiger Park mit viel Grün

Das Hundertwasserhaus Wien

Das Hundertwasserhaus in Wien ist eine Wohnhausanlage, die von 1983 bis 1985 von der Gemeinde Wien erbaut wurde. Es befindet sich an der Ecke Kegelgasse 34-38 und Löwengasse 41-43 im 3. Wiener Gemeindebezirk. Das Haus wurde vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen, der sich seit den 1950er Jahren mit außergewöhnlicher Architektur beschäftigte.

Hundertwasser engagierte sich zunächst mit Manifesten, Essays und Demonstrationen für eine natur- und menschengerechtere Architektur. Er wurde besonders für sein Verschimmelungsmanifest bekannt. In den 1970er Jahren präsentierte er in der Eurovisions-Sendung „Wünsch Dir was“ Architekturmodelle, die seine Ideen von begrünten Dächern, Baummieter und Fensterrechten veranschaulichten. Er entwickelte architektonische Formen wie das Hoch-Wiesen-Haus, das Augenschlitzhaus und das Terrassenhaus. Das Fernsehen machte ihn einem breitem Publikum zugänglich. Hundertwasser wollte eines seiner Zukunftshäuser bauen.

Nachdem der Wiener Bürgermeister Leopold Gratz Hundertwasser eingeladen hatte, ein Wohnhaus in Wien zu gestalten, begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Da Hundertwasser kein Architekt war, bat er die Stadt Wien, ihm einen Architekten zur Verfügung zu stellen, der sein Konzept umsetzen könnte. Die Stadtverwaltung vermittelte Hundertwasser den Architekten Josef Krawina. Doch die Zusammenarbeit zwischen Hundertwasser und Krawina gestaltete sich schwierig. Krawinas Entwürfe entsprachen nicht Hundertwassers Vorstellungen einer natur- und menschengerechten Architektur. Es kam zu Auseinandersetzungen und schließlich wurde Krawina durch den Architekten Peter Pelikan ersetzt, der Hundertwassers Visionen besser umsetzen konnte.

Das Besondere am Hundertwasserhaus

Der besondere Hundertwasserhaus Brunnen und der Durchang in den Innenhof
Der besondere Hundertwasserhaus Brunnen und der Durchang in den Innenhof

Das Hundertwasserhaus zeichnet sich durch seine bunte und ungewöhnliche Fassade aus. Die Gangbereiche haben unebene Böden und das Haus ist mit zahlreichen Bäumen und Sträuchern begrünt. Bei der Fertigstellung wurden etwa 250 Bäume und Sträucher gepflanzt, die mittlerweile zu stattlichen Bäumen herangewachsen sind und das Dach des Hauses zu einem echten Park machen. Das Haus folgt nicht den üblichen Normen der Architektur und ist von Hundertwassers Vorbildern wie Antoni Gaudí, dem Palais idéal von Ferdinand Cheval, den Watts Towers, der anonymen Architektur der Schrebergärten und den Märchenbüchern inspiriert. Friedensreich Hundertwasser hatte beim Bau des Hundertwasserhauses in Wien bestimmte Prinzipien und Aspekte im Fokus, die ihm besonders wichtig waren. Diese Prinzipien und Ansichten prägten das Hundertwasserhaus in Wien und machten es zu einem einzigartigen Beispiel für eine organische und lebendige Architektur, die Natur, Individualität und Kreativität betont. Das war Hundertwasser beim Bau seines Hauses wichtig:

  1. Fensterdiktatur und Fensterrecht: Hundertwasser betonte die Bedeutung der Fenster in einem Haus und bezeichnete sie als essentiell. Er entwarf acht verschiedene Fenstertypen, die unregelmäßig in die Fassade eingebettet wurden, um ein lebendiges und individuelles Erscheinungsbild zu schaffen. Zudem legte er großen Wert darauf, den Bewohnern das Recht auf individuelle Veränderungen in ihren Wohnbereichen einzuräumen.
  2. Die Fassade: Hundertwasser kritisierte die anonymen und emotionslosen Außenwände moderner Gebäude. Er strebte nach einer individuellen, organischen Gestaltung, die Unregelmäßigkeiten und Spontanvegetation toleriert und als bereichernd betrachtet.
  3. Toleranz der Unregelmäßigkeiten: Hundertwasser plädierte für die Toleranz gegenüber scheinbaren „Fehlern“ und Unregelmäßigkeiten in der Architektur. Er betrachtete Rost- oder Schmutzspuren an der Fassade als willkommene Bereicherung und Ausdruck der Schönheit.
  4. Die Terrassen: Offene Terrassen, die zur Straße hin zugänglich sind, sollten ein Geschenk für alle sein und zur Bereicherung des Stadtbildes beitragen.
  5. Die Baummieter: Als Zeichen der Rückgabe von kleinen Territorien an die Natur sollten im Hundertwasserhaus „Baummieter“ platziert werden. Diese kleinen Bereiche ermöglichen es der Natur, in das Gebäude einzudringen und tragen zur Schaffung eines lebendigen Umfelds bei.
  6. Der Wandelgang und die Mosaiken: Die Wände, Böden und Gänge des Hauses wurden mit Mosaiken geschmückt, die spontan und unregelmäßig angeordnet wurden, ähnlich wie das Auftauchen von Blumen oder die Geburt von Lebewesen. Dies sollte eine Atmosphäre der Individualität und des Lebendigen schaffen.
  7. Der Brunnen: Der Brunnen im Hundertwasserhaus besteht aus verschiedenen gestaffelten Elementen wie einem Betonbecken, einer Keramikschale, einer Marmorgußschale und einer wasserspeienden Marmorgußengel-Statue. Er symbolisiert die Verbindung zwischen Architektur und Natur.
  8. Die Säulen: Hundertwasser verwendete Säulen, um weit auskragende Gebäudeteile zu unterstützen und dadurch ein angenehmeres Erscheinungsbild zu schaffen. Diese sollten dem Betrachter ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und das Unbehagen unter überhängenden Strukturen reduzieren.
  9. Der Turm: Im Kontrast zu den farbigen Wohnbereichen und den hängenden Gärten steht der graue Turm im Hundertwasserhaus. Er symbolisiert den Kontrast und bildet eine visuelle Besonderheit.
  10. Badezimmer: Hundertwasser strebte nach einer Gestaltung des Badezimmers, die das tägliche Unbehagen der Geraden und des rechten Winkels vergessen lässt. Er wollte eine Umgebung schaffen, in der sich Menschen von der Rationalität und der Steifheit des Alltags befreien können.
  11. Die Skyline: Hundertwasser kritisierte die schnurgerade und eintönige Skyline, die er als Ergebnis des Bauhaus-Erbes ansah. Er sah darin eine Trennung zwischen Mensch und Höherem und strebte nach einer Architektur, die wieder Brücken zwischen den Menschen und dem Spirituellen schafft.

Die Sehenswürdigkeit in Wien

Das Hundertwasserhaus verfügt über 52 Wohnungen und vier Geschäftslokale sowie private und gemeinschaftliche Dachterrassen. Seit seiner Fertigstellung hat das Haus weltweit Aufmerksamkeit erregt und zählt zu den meistfotografierten touristischen Sehenswürdigkeiten Wiens. Das Hundertwasserhaus ist nur eines von etwa 40 Bauwerken, die von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurden. In der Nähe des Hundertwasserhauses in Wien befindet sich das KunstHausWien, das ebenfalls nach Entwürfen von Hundertwasser und Peter Pelikan gestaltet wurde. Das KunstHausWien wurde 1991 eröffnet und bietet neben Wechselausstellungen auch eine permanente Hundertwasser-Werkschau.

Das Hundertwasserhaus in Wien ist nicht nur ein einzigartiges architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für Hundertwassers Vision einer harmonischen Verbindung von Mensch und Natur. Es lädt Besucher ein, die unkonventionelle Gestaltung und die grünen Oasen auf den Dächern zu erkunden. Mit seinen bunten Fassaden und den organischen Formen ist das Hundertwasserhaus ein Ort, der die Fantasie beflügelt und zum Nachdenken anregt. Es ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Wiens und ein absolutes Muss für Kunst- und Architekturliebhaber, die die außergewöhnliche Kreativität und die einzigartige Ästhetik von Friedensreich Hundertwasser erleben möchten.

Die Väter des berühmten Hauses

Beim Bau des Hundertwasserhauses waren mehrere Personen beteiligt. Hier sind die wichtigsten Akteure:

  1. Architekt DI Josef Krawina (em. o. Univ.-Prof.) war einer der Originalmiturheber des Projekts. Er trug maßgeblich zur Planung und Gestaltung des Hundertwasserhauses bei.
  2. Architekt DI Peter Pelikan war ebenfalls an der Planung des Hundertwasserhauses beteiligt. Er setzte die architektonische Arbeit von Josef Krawina fort, um die Vision von Friedensreich Hundertwasser in die architektonische Gestaltung umzusetzen.
  3. Dr. Leopold Gratz und Dr. Helmut Zilk waren die Bürgermeister von Wien zur Zeit des Baus des Hundertwasserhauses. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Projekts und unterstützten die Realisierung der sozialen Wohnanlage.

Das Hundertwasserhaus wurde in den Jahren 1983 bis 1985 gebaut und ist ein Symbol für ein natur- und menschengerechteres Wohnkonzept. Es vereint die künstlerische Vision von Hundertwasser mit den Idealen einer sozialen Wohnanlage und ist zu einer bedeutenden Sehenswürdigkeit in Wien geworden.

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser

Friedensreich Hundertwasser war ein österreichischer Künstler und Architekt, der für seinen unverwechselbaren Stil und seine außergewöhnlichen Werke bekannt ist. Er wurde am 15. Dezember 1928 in Wien geboren und starb am 19. Februar 2000 in Neuseeland. Hundertwasser setzte sich für die Integration von Natur und Kunst in die Architektur ein. Seine Arbeiten waren geprägt von bunten Farben, organischen Formen, unregelmäßigen Linien und der Verwendung von natürlichen Materialien. Hundertwasser war ein engagierter Umweltschützer und setzte sich für eine nachhaltige und umweltfreundliche Gestaltung von Gebäuden und Städten ein. Er beteiligte sich an verschiedenen Umweltschutzprojekten und forderte eine Rückkehr zur Natur in der Architektur. Seine Werke wurden in vielen renommierten Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris und die Nationalgalerie in Prag.
–> mehr über Friedensreich Hundertwasser

Wo ist das Hundertwasserhaus?

Das Hundertwasserhaus steht im sogenannten 3. Bezirk in Wien – nicht weit vom Donaukanal in der Kegelgasse 36-38. Ich habe alle Informationen gesammelt, wie du am besten hierher kommst – samt Link zur Google Karte. Hier alle Infos im Detail:
–> so kommst du hin

Hundertwasser Village

Das Hundertwasser Village befindet sich in der Kegelgasse direkt gegenüber dem Hundertwasserhaus in Wien. Das Village wurde ebenfalls von Friedensreich Hundertwasser mitgestaltet und spiegelt seinen einzigartigen Stil wider. Das Gebäude wurde vorher als Garage und Tankstelle genutzt. Nach etwa einem Jahr Bauzeit wurde das Village am 17. Juni 1991 eröffnet. Es ist ein kleines Einkaufszentrum mit Souvenirgeschäften. Es gibt eine Vielzahl von Artikeln wie Kunstdrucke, Postkarten, Schmuck, Keramik, Textilien und mehr.
–> Hundertwasser Village

Weitere Hundertwasserhäuser

Das Hundertwasserhaus war das erste Wohngebäude von Friedensreich Hunterwasser. Es folgten weitere Bauwerke. Ähnliche Gebäude, die in Zusammenarbeit mit den Architekten Peter Pelikan und Heinz M. Springmann entstanden sind, finden sich in verschiedenen Städten und Ländern. Dazu gehören unter anderem Bad Soden am Taunus, Darmstadt (Waldspirale), Frankfurt am Main, Magdeburg (Grüne Zitadelle von Magdeburg), Plochingen (Wohnen unterm Regenturm), die Lutherstadt Wittenberg (Luther-Melanchthon-Gymnasium), Bad Blumau (Rogner Bad Blumau), Israel, die Schweiz, die Vereinigten Staaten, Osaka in Japan und Neuseeland.

Die häufigsten Fragen

Wann wurde das Hundertwasserhaus gebaut?

Die Bauzeit des Hundertwasserhauses erstreckte sich vom 16. August 1983 bis zum 15. Oktober 1985.

Wem gehört das Hundertwasserhaus in Wien?

Das Haus gehört der Stadt Wien.

Wie hoch waren die Baukosten?

Die Baukosten des Hundertwasserhauses betrugen etwa 6 Millionen Euro.

Was ist das Besondere an der Architektur des Hundertwasserhauses?

Die Architektur des Hundertwasserhauses ist sehr ungewöhnlich und unterscheidet sich stark von traditionellen Gebäuden. Es gibt unebene Böden, eine bunte Fassade und eine Vielzahl von Pflanzen, die das Haus begrünen. Hundertwasser ließ sich von verschiedenen Einflüssen inspirieren, darunter der Architekt Antoni Gaudí und die anonyme Architektur der Schrebergärten.

Wie groß ist die Wohnfläche im Hundertwasserhaus?

Die reine Wohnfläche im Hundertwasserhaus beträgt etwa 3.550 m², was ungefähr 24 m² pro Person entspricht. Die Wohnungsgrößen im variieren zwischen 30 m² und 150 m². Die durchschnittliche Miete beträgt etwa 5 Euro pro m².

Lohnt sich ein Besuch beim Hundertwasser Haus?

Ein Besuch beim Hundertwasserhaus lohnt sich auf jeden Fall, besonders für Kunst- und Architekturliebhaber sowie für Menschen, die sich für außergewöhnliche und einzigartige Orte interessieren. Es ist eine der meistbesuchten Wien Sehenswürdigkeiten. Das Hundertwasserhaus ist ein architektonisches Meisterwerk, das sich deutlich von herkömmlichen Gebäuden abhebt. Die unregelmäßigen Linien, die bunten Fassaden, die ungewöhnlichen Formen und die Integration von Natur und Kunst schaffen eine faszinierende Atmosphäre.

Was sollte man in Wien noch gesehen haben?

Neben dem Hundertwasser Haus solltest du unbedingt den Stephansplatz besuchen. Hier ist der berühmte Stephansdom. Einzigartig ist in Wien zudem der Naschmarkt. Dieser lebhafte Markt ersteckt sich über eine Fläche von rund 2,3 Hektar und ist ein Schmelztiegel der Kulturen, Aromen und Farben.

Welche Sehenswürdigkeiten in Europa lohnen sich noch?

Wenn dir dieses Bauwerk in Wien gefällt, findest du hier noch mehr Ausflug Sehenswürdigkeiten. Weltberühmt sind die Kreidefelsen Rügen und der Reschensee mit dem Kirchturm im See. In Hamburg lohnt sich der Besuch der Landungsbrücken. Extrem außergewöhnlich und einmalig ist das Tiger & Turtle. In Südtirol solltest du zum Pragser Wildsee mitten in den Dolomiten. Bei einem Besuch in Italien kommst du nicht am Turm vorbei: Schiefer Turm von Pisa.

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Liebe Bloggerkollegen, Journalisten und alle anderen, die diese Informationen lesen, um sie in irgendeiner Form weiter zu verwenden. Diese Webseite ist entstanden, als wir in Wien gewesen sind und nach Informationen für unseren Hundertwasserhaus – Besuch gesucht haben. Nachdem wir keine andere gute Webseite mit all diesen Informationen entdeckt haben, haben wir nach unserem Besuch diese Webseite mit all diesen Informationen geschaffen. Sie ist urheberrechtlich geschützt. Wir haben in aufwendigen Vor-Ort-Recherchen alle diese Informationen und Fakten zusammengetragen. Bevor wir sie hier veröffentlicht haben, waren sie anderweitig nirgends im Internet zu finden. Daher können wir als Quelle sehr schnell etwaige Plagiate und „Abschreiber“ identifizieren. Ein Kopieren des Textes ist sowieso widerrechtlich. Wenn du jedoch einzelne Daten dieser Webseite verwendest, gebietet es die journalistische Ehre, diese Webseite zu verlinken.

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